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Blutdruckwerte verstehen: Ab wann spricht man von Bluthochdruck?

Laut der Deutschen Herzstiftung hat sich die Anzahl der Erwachsenen mit Bluthochdruck in den letzten 30 Jahren weltweit verdoppelt. Bluthochdruck oder Hypertonie ist ein bedeutender Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall. Obwohl hoher Blutdruck häufig vorkommt, wird die Bedeutung des so genannten Blutdruck-Managements von vielen Betroffenen oft unterschätzt, da eine Hypertonie lange Zeit symptomfrei bleiben kann. 

Wir beschäftigen uns im Folgenden mit der Frage, ab wann man eigentlich von Bluthochdruck spricht, wie dieser diagnostiziert wird und was du tun kannst, um deinen Blutdruck wieder in den Griff zu bekommen.

Was muss ich über den Blutdruck wissen?

Der Blutdruck ist ein Maß für die Kraft, die das Herz verwendet, um Blut durch die Blutgefäße in den Rest des Körpers zu pumpen. Er wird in Millimeter Quecksilbersäule (mmHg) gemessen und hat zwei Komponenten: den systolischen und den diastolischen Wert.

  • Systolischer Blutdruck ist der höhere Wert und misst den Druck in den Arterien, wenn das Herz schlägt und Blut in den Körper pumpt.
  • Diastolischer Blutdruck ist der niedrigere Wert und misst den Druck in den Arterien, wenn das Herz zwischen den Schlägen ruht und sich mit Blut füllt.

Für Erwachsene gelten Blutdruckwerte von zwischen 120-129 mmHg systolisch und etwa 80-84 mmHg diastolisch als normal. Von einem optimalen Blutdruck spricht man bei Werten unter 120/80 mmHg. Wenn der Blutdruck zwischen 130-139 mmHg systolisch und/oder 85-89 mmHg diastolisch liegt, so bezeichnet man dies als „hoch normal“. 

Ab wann spricht man von Bluthochdruck?

Die Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie – Herz und Kreislaufforschung e.V. (DGK) definiert Bluthochdruck als einen Zustand, bei dem der Blutdruck eines Individuums konsequent bei 140/90 mmHg oder höher liegt. Dies wird auch als Hypertonie Grad 1 bezeichnet. 

  • Normaler Blutdruck wird definiert durch systolische Werte bis 129 mmHg und diastolische Werte bis 84 mmHg.
  • Ein hoch-normaler Blutdruck zeigt systolische Werte von 130-139 mmHg und/oder diastolische Werte von 85-89 mmHg.
  • Hypertonie Grad 1 liegt vor, wenn systolische Werte von 140-159 mmHg und/oder diastolische Werte von 90-99 mmHg gemessen werden.
  • Hypertonie Grad 2 ist definiert durch systolische Werte von 160-179 mmHg und/oder diastolische Werte von 100-109 mmHg.
  • Hypertonie Grad 3 wird durch systolische Werte von 180 mmHg oder höher und diastolische Werte von 110 mmHg oder höher charakterisiert.

Diese Einstufungen helfen dir, einzuschätzen, ob bei dir Bluthochdruck vorliegen könnte und ab wann du einen Arztbesuch in Erwägung ziehen solltest. 

Wie wird Bluthochdruck diagnostiziert?

Hypertonie rechtzeitig zu erkennen, ist von entscheidender Bedeutung, wenn du langfristige Gesundheitsrisiken minimieren möchtest. Bluthochdruck zeigt oft keine offensichtlichen Symptome, was regelmäßige Überprüfungen notwendig macht, um ihn frühzeitig zu bemerken und mit entsprechenden Maßnahmen gegenzusteuern.

Selbstmessung des Blutdrucks 

Falls du den Verdacht hast, dass dein Blutdruck zu hoch ist, kannst du zunächst deinen Blutdruck regelmäßig zu Hause mit einem Blutdruckmessgerät messen. Auch Apotheken bieten eine Blutdruckmessung an. Die gewonnenen Werte helfen dir herauszufinden, ob bei dir gegebenenfalls eine Hypertonie vorliegt und ab wann es Zeit ist, ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Für eine korrekte Selbstmessung des Blutdrucks zu Hause solltest du ein zertifiziertes Oberarm-Blutdruckmessgerät verwenden und dich vor der Messung einige Minuten entspannen. Vermeide 30 Minuten vor der Messung Sport, Koffein oder Rauchen. Die Manschette des Messgeräts sollte weder zu eng noch zu locker sitzen. Achte darauf, deinen Oberarm während der Messung ruhig auf Herzhöhe zu halten.

Mehrfachmessungen zu verschiedenen Tageszeiten können helfen, ein genaueres Bild zu erhalten. Wenn konsequent hohe Werte aufgezeichnet werden, reicht die Selbstmessung allein nicht aus. In diesem Fall solltest du medizinischen Rat einholen, um eine umfassende Bewertung und gegebenenfalls eine Behandlung zu erhalten.

Ärztliche Untersuchungen bei Bluthochdruck 

Bei Verdacht auf Bluthochdruck oder zur regelmäßigen Überprüfung können Blutdruckmessungen auch von medizinischem Fachpersonal durchgeführt werden. In der klinischen Praxis können neben der manuellen Messung mit einem Sphygmomanometer auch automatisierte Geräte zum Einsatz kommen.

Der Arzt/die Ärztin kann außerdem eine Langzeit-Blutdruckmessung verordnen, die oftmals zu Hause stattfindet. Hierbei nutzen Patient:innen ein tragbares System, das über 24 Stunden regelmäßig den Blutdruck misst. Das Gerät zeichnet systolische und diastolische Werte sowie die Herzfrequenz auf und erstellt so ein detailliertes Blutdruckprofil.

Ab wann ist Bluthochdruck behandlungsbedürftig – und was sind die Optionen?

Ab wann Bluthochdruck behandelt werden sollte, hängt natürlich hauptsächlich von den gemessenen Werten ab. Ein zusätzlicher Faktor ist das Alter, da bei älteren Menschen etwas höhere Werte noch im Toleranzbereich liegen.

Die aktuelle medizinische Leitlinie empfiehlt bei Personen unter 80 Jahren eine Behandlung gegen Bluthochdruck ab Werten von 140/90 mmHg. Bei Patient:innen über 80 Jahren gilt Bluthochdruck erst ab Werten von 160/90 mmHg als behandlungsbedürftig.

Die Behandlung von Bluthochdruck ist essentiell, um das Risiko schwerwiegender Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu minimieren und die Lebensqualität zu verbessern.

Gesunder Lebensstil langfristig entscheidend

Zur Behandlung von Bluthochdruck empfehlen die ärztlichen Versorgungsleitlinien neben einer möglichen Medikamenteneinnahme entsprechende Anpassungen im Lebensstil. Diese sogenannten Lebensstilinterventionen werden in allen Studien des Bluthochdrucks empfohlen. Lebensstiländerungen als erste Behandlungslinie: 

Als wirksame Methode sowohl zur Prävention als auch zur Behandlung von Bluthochdruck empfehlen Fachleute grundlegende Änderungen in verschiedenen Bereichen des Lebensstils. 

Zu den Empfehlungen für ein effektives Blutdruckmanagement zählen unter anderem:

  • Eine gesunde Ernährung mit reduziertem Salzgehalt
  • Regelmäßige Bewegung
  • Effektives Gewichtsmanagement
  • Reduzierung des Alkoholkonsums
  • Verzicht auf das Rauchen
  • Sicherstellung ausreichender Schlafzeiten

Wer seine Ernährung umstellt, sich regelmäßig bewegt, ausreichend schläft und auf Alkohol und Nikotin verzichtet, kann schon viel zur Normalisierung des Blutdrucks beitragen. 

Digitale Bluthochdruck-Therapie mit actensio 

Nicht allen Menschen fallen diese Änderungen leicht. Jetzt kannst du dich mit einer medizinischen Blutdruck-App als digitalen Helfer dabei wirksam  unterstützen lassen. Die Digitale Gesundheitsanwendung (DiGA) actensio hilft dir mit einem nachweislich wirksamen Blutdruck-Training per App, Gewohnheiten zu etablieren, die langfristig und dauerhaft zur Verbesserung deiner Blutdruckwerte beitragen können. Die medizinische Blutdruck-App actensio kann Betroffenen als “App auf Rezept” von ihrer behandelnden Fachperson verordnet werden. Alle gesetzlichen und die meisten privaten Krankenkassen übernehmen bei vorliegender Diagnose die Kosten. 

Medikamentöse Behandlung von Bluthochdruck

Lebensstilinterventionen können dazu beitragen, eine bestehende Medikamentenlast zu verringern oder zu vermeiden. Manchmal reichen Lebensstiländerungen allein allerdings nicht aus, um den Blutdruck zu kontrollieren. Ab wann Medikamente nötig sind, um Bluthochdruck zu behandeln, entscheidet der Arzt/die Ärztin. In solchen Fällen können unter anderem Medikamente wie Diuretika, ACE-Hemmer, Angiotensin-II-Rezeptorblocker (ARBs) und Kalziumkanalblocker verschrieben werden.

Was kann ich bei Verdacht auf Bluthochdruck tun?

Ab wann gelten Blutdruckwerte als leicht erhöht und ab wann spricht man von Hypertonie? Was kann ich tun, um meinen Blutdruck im “grünen Bereich” zu halten? Und ab wann ist es Zeit, beim Verdacht auf Bluthochdruck einen Arzt/eine Ärztin  zu konsultieren? Diese Fragen stellen sich viele Menschen. Bluthochdruck bleibt zwar oft über lange Zeit unentdeckt, da er häufig ohne spürbare  Symptome verläuft, geht aber  mit einer erhöhten Gefahr für schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen einher. 

Gerade wenn bei dir Risikofaktoren wie eine entsprechende genetische Veranlagung, Übergewicht oder ein hohes Stresslevel vorliegen, solltest du deinen Blutdruck regelmäßig überwachen und dich bei auffälligen Werten in einer Arztpraxis vorstellen. 

Ein gesunder Lebensstil mit ausreichend Bewegung und Schlaf, Reduzierung deines Genussmittelkonsums sowie einer gesunden, salzarmen Ernährung kann zu einem normalen Blutdruck beitragen und das individuelle Herzinfarkt- oder Schlaganfallrisiko nachhaltig verringern. 

Quellen

https://herzstiftung.de/herz-sprechstunde/stellungnahme/leitlinien-hypertonie

https://www.msdmanuals.com/de-de/heim/herz-und-gef%C3%A4%C3%9Fkrankheiten/bluthochdruck/bluthochdruck

https://www.cdc.gov/bloodpressure/about.htm

https://www.heart.org/en/health-topics/high-blood-pressure/understanding-blood-pressure-readings

https://leitlinien.dgk.org/files/28_2018_pocket_leitlinien_arterielle_hypertonie.pdf

https://www.hochdruckliga.de/fileadmin/downloads/mediziner/leitlinien/DHL-XXXXX-23-Leitlinien-Kurzfassung-Web.pdf

https://www.cdc.gov/bloodpressure/about.htm

https://www.pharmazeutische-zeitung.de/den-blutdruck-in-der-apotheke-checken-lassen-140068

https://www.healthline.com/health/blood-pressure-chart#how-to-measure-blood-pressure

https://www.internisten-im-netz.de/untersuchungen/langzeit-blutdruckmessung.html

https://www.praktischarzt.de/untersuchungen/blutdruck-messen/blutdruckwerte/

https://herzmedizin.de/fuer-patienten-und-interessierte/aktuelles/neue-therapien/bluthochdruck-neue-leitlinien.html

https://www.mayoclinic.org/diseases-conditions/high-blood-pressure/diagnosis-treatment/drc-20373417

https://www.rki.de/DE/Content/GesundAZ/H/Hypertonie/Hypertonie_inhalt.html

https://www.heart.org/en/impact-map/stories/know-your-risk-factors-for-high-blood-pressure

https://herzstiftung.de/ihre-herzgesundheit/gesund-bleiben/bluthochdruck/tipps-zu-blutdruck-natuerlich-senken

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