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Bluthochdruck bei Frauen

Der nachfolgende Beitrag betrachtet die geschlechtsspezifischen Unterschiede in der Verbreitung von Bluthochdruck und beschäftigt sich mit möglichen Ursachen und Risikofaktoren von Bluthochdruck speziell bei Frauen.

Geschlechtsspezifische Unterschiede in der Verbreitung von Bluthochdruck bei Frauen und Männern

Bluthochdruck ist ein weit verbreitetes Gesundheitsproblem. Doch während das Bewusstsein für die Erkrankung zunimmt, bleibt ein Aspekt häufig unbekannt – nämlich die geschlechtsspezifischen Unterschiede. Während bis zum Alter von 50 Jahren Männer häufiger von Bluthochdruck betroffen sind als Frauen, steigt das Risiko im Alter für Frauen deutlich an. (1, 2) . 

Tatsächlich haben etwa zwei Drittel der 65-Jährigen und älteren Frauen in Deutschland Bluthochdruck (3). Dabei gelten Werte ab 140 zu 90 mmHg als Bluthochdruck, Werte von 120 zu 80 als ideal.

Bluthochdruck - nur eine Frage des Alters?

Grundsätzlich ist es so, dass der Blutdruck im Alter häufig ansteigt - und zwar sowohl bei Frauen als auch bei Männern. Denn im Alter werden die Gefäße der großen Arterien häufig steifer und in den Gefäßwänden können kleine Verletzungen entstehen. Durch diese Veränderungen kann Bluthochdruck entstehen oder sich verstärken. (4) 

Das allein erklärt jedoch nicht die unterschiedliche Entwicklung bei Frauen und Männern. Um diese zu verstehen, müssen wir etwas tiefer in die Welt der Hormone einsteigen.

Die Rolle der Hormone bei Bluthochdruck

Vor der Menopause tragen Östrogene zu einem niedrigeren Blutdruck bei Frauen bei - unter anderem haben Frauen deshalb vor den Wechseljahren geringere Blutdruckwerte als Männer.  Östrogen ermöglicht den Blutgefäßen, sich zu entspannen und zu weiten und hilft dem Körper so, einen normalen Blutdruck beizubehalten.  

Mit den Wechseljahren ändert sich jedoch der Hormonhaushalt und der Östrogenspiegel sinkt. Damit fällt die blutdrucksenkende Wirkung des Östrogens weg. (1,5). 

Darüber hinaus können auch die sogenannten Androgene, also männliche Geschlechtshormone wie etwa Testosteron, nach der Menopause bei Frauen leicht ansteigen. Diese können zu einem erhöhten Blutdruck und damit auch zu einem höheren kardiovaskulären Risiko beitragen. (1,5).

Das Auftreten von Bluthochdruck bei Frauen kann dabei eine Vielzahl von Symptomen verursachen, die leider häufig fälschlicherweise auf die Wechseljahre zurückgeführt werden.(1, 6, 7) Leichter bis mittelschwerer Bluthochdruck bei Frauen kann etwa Beschwerden wie unspezifische Brustschmerzen, Schlafstörungen, Kopfschmerzen, einen hohen Puls, Hitzewallungen oder Müdigkeit verursachen.

Frauenspezifische Risikofaktoren

Die Wechseljahre können also einen großen Einfluss auf den Blutdruck haben. In der neuen Blutdruckleitline  European Society of Hypertension werden darüber hinaus insbesondere das frühe Einsetzen der Menopause, Schwangerschaftskomplikationen sowie Fruchtbarkeitsbehandlungen als Risikofaktoren für Bluthochdruck bei Frauen gesehen (1, 8).

  1. Frühes Einsetzen der Menopause

Frauen erleben normalerweise etwa zwischen dem 45. und 55. Lebensjahr (12) die Wechseljahre, wobei das durchschnittliche Alter in Deutschland bei etwa 50 Jahren liegt. (9). Frauen, die vorzeitig ihre Periode nicht mehr bekommen, ohne dass dies durch eine Operation oder eine medizinische Behandlung verursacht wurde, sollten besonders darauf achten, ihren Blutdruck regelmäßig zu überwachen. (1)

  1. Schwangerschaftskomplikationen und Fruchtbarkeitsbehandlungen

Auch Frauen, die während der Schwangerschaft hohe Blutdruckwerte hatten oder unter damit verbundenen Komplikationen litten, haben ein erhöhtes Risiko, im Alter Bluthochdruck zu entwickeln. Aber auch Schwangerschafts-Diabetes, mehrere Fehl- oder Frühgeburten oder invasive Fruchtbarkeitsbehandlungen (10) können das Risiko für Bluthochdruck bei Frauen erhöhen. 

Gerade für diese Frauen mit Risikofaktoren ist es wichtig, den Blutdruck regelmäßig überprüfen zu lassen, um Folgeschäden an Organen zu vermeiden.

Was sollten Frauen beachten, die an Bluthochdruck leiden?

Wird ein Bluthochdruck nicht oder nicht ausreichend behandelt, ist er ein gefährlicher Risikofaktor für einen Schlaganfall, einen Herzinfarkt oder andere schwere Herz-Kreislauf-Ereignisse (1). Deshalb ist es wichtig, dass Frauen - wie auch Männer - ihren Blutdruck regelmäßig bei ihrem Hausarzt und gegebenenfalls auch mit einem Messgerät zu Hause überprüfen. 

Liegt Bluthochdruck vor, erweisen sich in Studien neben einer möglichen Medikamenteneinnahme vor allem Lebensstiländerungen als wirksames Mittel und werden in den aktuellen Leitlinien in allen Stadien des Bluthochdrucks zur Behandlung empfohlen. Diese können bei einer leichten Hypertonie sogar ausreichen, um die Notwendigkeit einer medikamentösen Therapie zu verzögern oder gar zu verhindern. (11) Auch in schweren Fällen von Bluthochdruck wird die Wirkung einer medikamentösen Therapie zur Senkung des Blutdrucks durch Lebensstiländerungen verstärkt. Grundsätzlich sollten die Maßnahmen immer mit dem Arzt oder der Ärztin abgesprochen werden. Ein entsprechend angepasster, gesunder Lebensstil kann dazu beitragen, Bluthochdruck bei Frauen zu reduzieren - unabhängig von Medikamenten.

Lebensstiländerungen beziehen sich dabei vor allem auf

  • ein ausreichendes Maß an körperlicher Aktivität
  • ein gesundes Gewicht
  • ein gesundes Stressmanagement
  • eine blutdruckgerechte Ernährungsweise mit wenig Salz, Zucker und rotem Fleisch
  • und die Reduktion bzw. den Verzicht auf Alkohol und Zigaretten.

Digitale und umfassende Unterstützung bei der Umsetzung von Lebensstiländerungen 

Im Alltag stellt die Anpassung des eigenen Lebensstils viele Betroffene häufig vor große Herausforderungen, sei es die angepasste Ernährung, die Integration von mehr körperlicher Aktivität oder ein geeignetes Stressmanagement. Für all diese Bereiche gibt es smarte Hilfe und effektive Unterstützung: actensio ist die erste Digitale Gesundheitsanwendung (DiGA) bei Bluthochdruck, die Hypertonie-Betroffene umfassend und effektiv bei der Umsetzung der Lebensstiländerungen begleitet. actensio hilft dir dabei, Schritt für Schritt gesünder zu leben und dauerhaft auf deinem Weg zu einem gesunden Lebensstil dranzubleiben. 

Du lernst mit actensio, wie du dich gesünder ernähren kannst und erhältst viele leckere und im Alltag gut umsetzbare Rezeptvorschläge zu einer Ernährung nach dem DASH-Konzept. 

Darüber hinaus kannst du mit actensio lernen, wie du besser mit stressigen Situationen im Alltag umgehen kannst und erhältst mit der übersichtlichen Protokollfunktion für deine Blutdruck- und andere Vitalwerte – eine wertvolle Basis, um deinen Blutdruck im Laufe der ärztlichen Behandlung gut einzustellen. 

So erhältst du die Blutdruck-App actensio kostenlos als App auf Rezept 

Als erste zugelassene DiGA (Digitale Gesundheitsanwendung) bei Bluthochdruck kann dir actensio einfach als App auf Rezept von deiner behandelnden Fachperson (Arzt/Ärztin, Psychotherapeut:in) verordnet werden. Somit entstehen für die Nutzung von actensio keine Kosten für dich. actensio kannst du einfach als App oder direkt im Browser nutzen. Hier erfährst du, wie du actensio einfach als App auf Rezept erhalten kannst.

Quellen

1 2023 ESH Guidelines for the management of arterial hypertension

2  Ji, H., Kim, A., Ebinger, J. E., Niiranen, T. J., Claggett, B. L., Merz, C. N. B., & Cheng, S. (2020). Sex differences in blood pressure trajectories over the life course. JAMA cardiology, 5(3), 255-262.

3  Neuhauser, H., Kuhnert, R., & Born, S. (2017). 12-Monats-prävalenz von bluthochdruck in Deutschland.

4 Pinto, E. (2007). Blood pressure and ageing. Postgraduate medical journal, 83(976), 109-114.

5 Gerdts, E., Sudano, I., Brouwers, S., Borghi, C., Bruno, R. M., Ceconi, C., ... & De Simone, G. (2022). Sex differences in arterial hypertension: a scientific statement from the ESC Council on Hypertension, the European Association of Preventive Cardiology, Association of Cardiovascular Nursing and Allied Professions, the ESC Council for Cardiology Practice, and the ESC Working Group on Cardiovascular Pharmacotherapy. European Heart Journal, 43(46), 4777-4788.

6 Wassertheil-Smoller, S., Anderson, G., Psaty, B. M., Black, H. R., Manson, J., Wong, N., ... & Lasser, N. (2000). Hypertension and its treatment in postmenopausal women: baseline data from the Women’s Health Initiative. Hypertension, 36(5), 780-789.

7  Maas, A. H. E. M., & Franke, H. R. (2009). Women’s health in menopause with a focus on hypertension. Netherlands Heart Journal, 17, 68-72.

8 Grandi, S. M., Filion, K. B., Yoon, S., Ayele, H. T., Doyle, C. M., Hutcheon, J. A., ... & Platt, R. W. (2019). Cardiovascular disease-related morbidity and mortality in women with a history of pregnancy complications: systematic review and meta-analysis. Circulation, 139(8), 1069-1079.

9 Von Der Lippe, E., & Prütz, F. (2016). Age at natural menopause: Results from the German Health Interview and Examination Survey: Elena Von Der Lippe. The European Journal of Public Health, 26(suppl_1), ckw172-078.

10 Chih, H. J., Elias, F. T., Gaudet, L., & Velez, M. P. (2021). Assisted reproductive technology and hypertensive disorders of pregnancy: systematic review and meta-analyses. BMC pregnancy and childbirth, 21, 1-20.

11 2018 ESC/ESH Guidelines for the management of arterial hypertension

12 Schmidt, R. F., Lang, F., & Heckmann, M. (Eds.). (2011). Physiologie des Menschen: mit Pathophysiologie. Springer-Verlag.

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